Sanitätshaus übernimmt möglicherweise die Rechnung für die Reparatur nicht ganz

Ich bin gerade richtig auf 180. So aufgeregt habe ich mich schon lange nicht mehr! Mein Rollstuhl ist doch bei der Reise in Frankfurt kaputt gegangen. Gerade eben hat ein Mitarbeiter des Sanitätshauses in Freiburg meinen E-Rolli abgeholt. Er hat gesagt, dass er das Ersatzteil bestellen muss und es wahrscheinlich nicht bis diesen Donnerstag reicht. Es wird vermutlich also bis nächsten Donnerstag (8. Februar) gehen, bis ich meinen E-Rolli wieder habe. Das ist schon schlimm genug, denn ich hatte eigentlich bis 1.2. insgesamt 5 Termine in dieser Zeit, die ich jetzt alle absagen muss. Und ein Termin wäre ein Workshop in Gültstein gewesen, da habe ich schon die Fahrkarte gekauft, die nun verfällt, das sind jetzt auch etwas über 30 €, die wir umsonst ausgegeben haben. Und klar, man bekommt etwas Geld zurück, aber nicht alles. Und den Workshop kann ich auch nicht nachholen.

Da wir am Berg wohnen, komme ich nicht außerhalb unseres Grundstückes, während ich keinen E-Rolli habe, da ich nicht genug Kraft habe, um mich im Aktivrollstuhl hier im Dorf fortzubewegen. Und zur Schule muss ich jetzt immer mit dem DRK fahren, wodurch der Schulweg länger wird, da bei der Rückfahrt auch noch andere Kinder nach Hause gebracht werden müssen.

Aber noch viel schlimmer ist es, dass das Sanitätshaus die Kosten für die Reparatur nicht komplett übernehmen möchte. Wir werden, so der Mitarbeiter vorhin, auf jeden Fall an den Kosten beteiligt. Ich habe ihn gefragt, warum, denn sonst mussten wir nie etwas zahlen. Die Begründung: Unser Weg vor dem Haus sei “der Tod für jeden Rollstuhl”. Eine fadenscheinigere Begründung gibt es nicht, denn als ich den E-Rollstuhl bekommen habe, hieß es von Anfang an, dass ich mit dem Rolli über Stock und Stein im Wald fahren kann, selbst wandern könne ich damit. Und über Wurzeln zu fahren ist ja wohl eindeutig holpriger als unser Weg. Und Kopfsteinpflaster ist auch viel schlimmer. 

Hier seht ihr unseren Weg.
Hier seht ihr unseren Weg.

Und bei unserem Weg ist mein Rolli noch nie stehen geblieben und kaputt gegangen, das war immer bei steilen Rampen und bis zu 7-cm-hohen Bordsteinen. Unser Weg ist aus Steinplatten, er ist schon uneben, aber so dramatisch nun auch wieder nicht. Mein Rollstuhl geht dauernd kaputt und es kommt immer wieder vor, dass das Sanitätshaus den Fehler nicht findet. Letztes Jahr zum Beispiel war er mehrere Monate immer wieder plötzlich stehen geblieben. Bis heute wissen wir nicht, warum.

Oder letztes Jahr im August. Da war ich mit meiner Mutter im Urlaub in Bonn. Der Bordstein war ziemlich hoch, ca. 6 cm. In der Anleitung vom Rolli steht aber, dass er 7 cm schafft. Es sollte also kein Problem sein. Ich bin über den Bordstein gefahren und dann ist die Windung kaputt gegangen, wie jetzt auch in Frankfurt. Das Sanitätshaus hat mehrere Wochen gebraucht, bis sie den Rollstuhl überhaupt mal abgeholt haben. Sie haben einfach nicht auf meine E-Mails reagiert und telefonisch habe ich nie jemand erreichen können. Als sie ihn dann wieder gebracht haben, hab ich von Anfang an das Gefühl gehabt, dass er nicht richtig repariert wurde, denn er ist immer noch nicht normal gefahren.

Meine Oma meinte dann vorhin auch zum Mitarbeiter des Sanitätshauses, dass sie kein Geld für den Umbau habe, schließlich haben wir letztes Jahr erst unser Bad rollstuhlgerecht umgebaut.

Ich sehe absolut nicht ein, dass wir uns an den Kosten beteiligen sollen. Ich habe zwar noch keine Ahnung, wie ich das hin bekomme, aber zur Not werde ich die Presse einschalten. Es kann doch nicht angehen, dass ein Rolli alle paar Monate kaputt geht, das Sanitätshaus teilweise nicht einmal den Fehler findet, aber uns dann den Fehler in die Schuhe schiebt. Das lasse ich wirklich nicht auf mir sitzen!

Und was ich auch absolut nicht verstehen kann: Ich bekomme in der Zeit, in der er jetzt repariert wird, keinen Ersatzrollstuhl. Die Begründung des Sanitätshauses ist, dass sie keinen haben. Und das verstehe ich nicht, denn immer, wenn man einen neuen Rolli bekommt, darf man ihn eine Woche ausleihen und testen, bevor man dann den Antrag bei der Krankenkasse stellt. Das war bei meinem ersten Rolli so und ich bin gerade in der Beantragung für einen neuen E-Rolli, weil ich mehr Funktionen brauche, da sich meine Behinderung verschlimmert hat, und vorher durfte ich den neuen E-Rolli auch eine Woche ausleihen. Also haben sie ja wohl Rollstühle im Petto. 

 

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